Warum man im Kreis Gütersloh auf nur einem Korb Basketball spielt

Bei der 25. NRW-Streetbasketballtour sind auf dem Parkplatz hinter dem Rathaus in Rheda-Wiedenbrück 30 Teams am Start. Dabei gibt es einen besonderen Unterschied zum Spiel in der Halle

Vor 17 Jahren hat die NRW-Streetbasketballtour zum letzten Mal Station gemacht in Rheda-Wiedenbrück. Jetzt, zum 25-jährigen Jubiläum der Tour, wurde auf dem Parkdeck hinter dem Rathaus wieder gedribbelt und mit Korblegern gepunktet. 30 Teams beteiligten sich an der Vorausscheidung. Die Siegermannschaften in allen Altersklassen (die "City-Champions") spielen am 6. Juli das Finale in Recklinghausen aus.

Gleich mit sieben Teams war die Friedrich-Spee-Gesamtschule aus Paderborn angereist. "Rheda-Wiedenbrück lag näher als Höxter", erklärten die Sportlehrer Alexander Friesen und Nora Neuhaus, warum sie die Emsstadt für die Vorentscheidung vorgezogen hatten. Dass die Schule sich an der NRW-Tour beteiligen würde, war ohnehin beschlossene Sache. "Wir sind eine Schule mit Schwerpunkt Leichtathletik und Basketball", beschrieb Friesen den Hintergrund. Zwei Schulstunden bekamen die Schülerinnen und Schüler eher frei. Nach der vierten Stunde ging es mit dem Bus zum Street-Basketball.

"Hier sind Geschicklichkeit und Geschwindigkeit gefragt"

Auch die Hobby-Truppe "Bird-Men" war wieder dabei. "Vor zwei Jahren in Bielefeld sind wir sogar ins Halbfinale gekommen" erzählte Volkan Acar, der zusammen mit Niklas Martin, Ahmet Kaya und Simon Samp spielte. Die Rheda-Wiedenbrücker, von denen ein Teil früher für die 3. Mannschaft der Mustangs aufgelaufen ist, bezeichnen sich als "Whatsapp"-Sportgruppe, die immer dann spielt, wenn Wetter und Freizeit es zulassen. 40 Personen umfasst diese Handygruppe. Meistens treffe man sich am Ratsgymnasium, sagt Acar, der bei sonniger Wärme noch herausstellt, "dass wir heute alle bis zwölf Uhr arbeiten und eher frei machen mussten", um überhaupt mitmachen zu können.

Auf zehn Feldern wurde jeweils zwölf Minuten drei gegen drei gespielt. Anders als in der Halle haben die Felder beim Streetwettbewerb nur einen Korb. "Hier sind Geschicklichkeit und Geschwindigkeit gefragt", hatte Bürgermeister Theo Mettenborg zur Eröffnung gesagt. Er gewann zu Beginn einen Drei-Wurf-Wettbewerb gegen Ralf Neuhaus vom Sponsor AOK Nordwest, Organisatorin Natalia Kowal (Vorsitzende DJK Rheda) und Uwe Kappner (ebenfalls AOK). Das letzte Mal habe er ernsthaft Basketball im Abitur gespielt, sagte der Bürgermeister.

Der Verein DJK Rheda will wieder hoch hinaus

Spieler mit größerer Erfahrung brachte das Rheda-Wiedenbrücker Team "Impuls" an den Start. "Wir konnten mal spielen, aber wie können es nicht mehr", stapelte Sebastian Deitert vor dem ersten Ballwechsel tief. Immerhin waren einige Akteure von "Impuls", die unter anderem noch Haldun Arslan und Gökhan Bajramov aufboten, vor einigen Jahren für die DJK in der Regionalliga aktiv.

Ein eher junges Team brachten Dennis Epp, Dominik Huebner und Nikita-Lars Steinhauer mit den Raptors an den Start. Natalia Kowal hatte für die DJK Rheda im Winter die Bewerbung zur Ausrichtung der Streetbasketball-Tour abgeschickt. Neben Rheda-Wiedenbrück umfasst die Tour innerhalb von drei Wochen Turniere in 15 weiteren Städten. Mit dem Engagement hofft Kowal mehr Aktive für den Basketball und für den Verein DJK Rheda begeistern zu können. Aktuell habe die Abteilung rund 200 Mitglieder, sagte sie. Die früher in der Regionalliga aktive erste Mannschaft spielt aktuell in der Bezirksliga. Langfristig wolle man wieder hoch, unterstrich die Vorsitzende ihre Ambitionen.

Bei dem Turnier qualifizierten sich sieben Siegerteams in verschiedenen Altersklassen für das Finale in einer Woche in Recklinghausen. "Die Gewinner" setzten sich bei den Jungs Jahrgang 2006 und jünger durch, "Alley-Oopsis" gewannen bei den Mädchen die Klasse 2005 und jünger. Weitere Gruppensieger waren die "Speedribbler" (Jungen Jahrgang 2004 und jünger), "die Beesten" (Mädchen Jahrgang 2002 und jünger), die "Harlem Buckets" (Jungen Jahrgang 2002 und jünger), "Treace" (Mixed, ab 16), Team Thilo (Damen) und "Big Minden" (Herren).

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Veröffentlicht
09:51:00 01.07.2019
Lars Lottermoser