Jahresabschlussbericht Mentoring-Programm

31.12.2015 12:00:00 | Lars Lottermoser

Zum Abschluss des zu Jahresende auslaufenden Pilot-Projektes "DBB-Mentoring-Programm" sollen zur Abwechslung auch mal die "Betroffenen" selbst, also die Mentees und Mentoren, zu Wort kommen.

Ziel seitens des DBB war die Unterstützung bei der praktischen und persönlichen Entwicklung des Schiedsrichters. Inhaltlich ging es darum, praktische Tipps zu vermitteln und langfristig die Karriere als Schiedsrichter zu fördern.

Finn Schröder:
Mir hat das Mentoring Programm sehr geholfen, da ich konstruktives Feedback zu meinen Spielen als Schiedsrichter bekommen habe, bzw. bekomme. So kann ich besser aus meinen Fehlern lernen und hoffentlich bald besser pfeifen.

Pascal Lideck:
Das Mentoring-Programm ist sinnvoll und nützlich, um junge motivierte Schiedsrichter bei ihren ersten Spielen zu begleiten und sie durch Vor- und Nachbesprechungen weiter zu fördern und zu verbessern. So trägt man zudem dazu bei, dass sie den Spaß am Pfeifen nicht verlieren.

Denis Nowikow:
Ich fand die Mentor/Mentee Beziehung sehr sehr hilfreich, da ich viel von meinem Mentor unterstüzt wurde und ich bei jedem Coaching oder gemeinsamen Spiel immer größere Fortschritte bei mir bemerkt habe. Nach jedem Spiel wurde mit mir besprochen was ich gut gemacht habe und was ich nicht so gut gemacht habe. Die fehler die ich bei einem Spiel gemacht habe versuchte ich beim nächsten Spiel so gut wie möglich zu verbessern.
Das Mentor/Mentee-Konzept hat mir sehr geholfen und ich finde auch es sollte weitergeführt werden!

Osman Erhan:
Zu Beginn der Mentor/Mentee Beziehung war Denis sehr zurückhaltend, beinahe schüchtern in seinem Auftreten. Trotz seiner lebhaften Natur kamen kaum eigene Eingaben in Gesprächen und er reagierte hauptsächlich. Auch auf dem Spielfeld wollte Denis, aus Angst vor Fehlern nur nicht auffallen und die wenigen Pfiffe die er nahm wirkten sehr gezwungen. Nach den beiden Coaching mit dem Mentor (sowie einige anderer SR-Coaches) und den beiden gemeinsam gepfiffenen Spielen ist bei Denis eine deutliche Entwicklung zu erkennen. Er wirkt erheblich sicherer und hat eine positive Ausstrahlung erlangt. Er hat an Körperspannung gewonnen und scheut die Entscheidung nicht mehr. Diese Punkte waren zentrale Punkte in den Coachings.
Durch den regelmäßigen direkten Austausch konnte Denis auch in den Punkten Spielvorbereitung und Eigenorganisation einen spürbaren Schritt in die richtige Richtung machen. Beim ersten gemeinsamen Spiel gab es noch Unruhefaktoren wie "Pfeife zunächst vergessen", "zu spät und atemlos in der Halle erschienen" eliminiert werden und es kam zur zielführenden und Vorbereitungsgesprächen mit dem Coach bzw. dem Kollegen. Das Konzept Mentor/Mentee hat bei Denis zu positiven Ergebnissen geführt und sollte m.M. nach weitergeführt werden.


Thomas Schilling | Ao Luo:
Ao Luo, der sich für ein Studium der Medienwissenschaften an der Uni Bielefeld in Deutschland befindet, hatte bereits einige Schiedsrichtererfahrungen von lokalen Veranstaltungen der Schulen und Universitäten in China. Gleichwohl war das Pfeifen nach FIBA-Regeln für ihn eine neue Herausforderung, auf die er aber mit der Grundausbildung im Sommer gut vorbereitet wurde. Nach einem längeren Heimaturlaub in China konnte Ao erst nach der Herbstpause an der Seite seines Mentors Thomas Schilling in den Schiedsrichteralltag starten. Begleitet durch Ingame- und externe Coachings konnte er dann sehr schnell Fortschritte erzielen. Ohne anfängliche Anbindung an einen Heimatverein in der Region hatte er zwar im Oktober und November recht wenige Spiele, bekam aber dann von der BBG Herford, für die er seit dieser Saison auch in der Oberliga spielt, zusätzliche Spiele in den Jugendligen des Kreises. Dadurch gelang es ihm auch zunehmend, Sprachbarrieren abzubauen und dadurch nicht nur für die innerspielische Kommunikation mit den Spielbeteiligten, sondern auch seinen Alltag in Deutschland einen Gewinn zu erzielen. Ao und Thomas trafen sich nicht nur zu den Spielen, sondern alle paar Wochen auch zum Essen in der Uni-Mensa, um einige Regelfragen zu lösen und sich anderweitig auszutauschen.


Ioannis Ignatiadis | Henning Lühr
Nach dem ersten Bekanntmachen ging es darum, sich auf das erste Spiel von Henning als SR vorzubereiten. Die im Sommer in der Mentoren-Ausbildung erlernten Inhalte konnten hier gut angewendet werden, um die Ängste und Sorgen vor dem Spiel etwas abzumildern. So ging es entspannter ins Spiel. Im Spiel konnten schon ein paar angesprochene Punkte umgesetzt werden. Nach dem Spiel ging es in der Nachbesprechung um die umgesetzten Tipps und Verbesserungen für die nächsten Spiele.
Beim Wiedersehen zum nächsten Coaching zeigte sich, dass einzelne Tipps bereits umgesetzt wurden, aber dennoch weiter großes Verbesserungspotential in Henning steckt. Mit ein paar weiteren Tipps ging es dann zu seinem dritten Spiel, dass wir beide dann zusammen leiten durften. Henning zeigte sich weiter verbessert, was auch daran lag, dass durch die sehr engmaschig angesetzten Coachings schneller und gezielter nachgebessert werden konnte.
Hier sehe ich auch den großen Vorteil des Mentoren-Programms. Durch die direkte Betreuung kann der Mentee besser betreut werden und ich denke auch, dass wir nicht nur die Ausfallquote der neu ausgebildeten SR verringern können, sondern auch früher bessere SR haben werden. Durch den direkten Erfahrungsaustausch lernen die Mentees schneller mit den ungewohnten Situationen auf dem Feld zurecht zu kommen. Durch die Gespräche vor den Spielen, bzw. mit den Gesprächen zwischendurch können die Situationen besser nachgehalten und besser gelöst werden.


Lars Lottermoser | Jan-Willem van Zütphen: siehe Mentoring-Maßnahme des DBB in Berlin erfolgreich