70 Teams spielen in Bielefeld um den Streetbasketball-Sieg

23.06.2017 16:00:00 | Lars Lottermoser

Mit Kreide aufgemalte Spielfelder reihen sich auf den dunklen Pflastersteinen des Kesselbrinks aneinander. Auf zwölf mobilen Basketballanlagen dribbeln, passen und werfen Kinder, Jugendliche und Erwachsene die orangefarben Bälle in Richtung Korb. Die Stimmung ist ausgelassen, Sonnenschein bei 26 Grad, ein faires Spiel im Mittelpunkt.

Am Spielfeldrand und etwas abseits auf dem Rasen, auf Bänken und Treppenstufen schauen Menschen dem regen Treiben zu, das den Kesselbrink belebt: Es ist die 24. NRW Streetbasketball Tour, die auch in diesem Jahr den Weg nach Bielefeld gefunden hat. Unter der Leitung der Sportjugend haben die AOK, der Basketballkreis Ostwestfalen und der TSVE 1890 das Event zusammen mit dem Veranstalterteam vom Westdeutschen Basketball-Verband auf die Beine gestellt.

Obwohl sich die Teams bereits im Internet anmelden konnten, warten auch drei Minuten vor dem offiziellen Turnierbeginn noch Jungen in Achselshirts, Shorts und Turnschuhen darauf, auf die Teilnehmerliste geschrieben zu werden. Mit selbst gewählten Teamnamen geht es für 70 Mannschaft in zehn verschiedenen Spiel- und Altersklassen aufs Feld. "Auf der 1 spielen ,Angekommen‘ gegen ,Bellinelli Ballerz‘, auf Feld 12 die ,Chicagos‘ gegen ,Hausverboot‘", tönt es durch die Lautsprecher. Dann heißt es für die Spieler aus jedem Team konzentrieren, schwitzen, zielen und im besten Fall Körbe werfen. Sie haben dafür zwölf Minuten Zeit. Begleitet werden die Spiele von flotter Musik und anfeuernden Rufen.

Meist können die Zuschauer schon auf den ersten Blick erkennen, wer hier als Team zusammengehört. Die Spieler haben nicht nur dieselben Trikos an, sondern auch ähnliche Frisuren oder den Teamnamen auf dem Oberarm stehen. "Die Kids wollen nicht nur gewinnen, sondern auch zeigen, wie cool Streetbasketball aussehen kann", erklärt Organisator Ralf Müller von der Sportjugend.

Es habe sich eine Kultszene entwickelt, in der Fairness großgeschrieben wird. Statt Schiedsrichtern gibt es sogenannte "Court-Watcher", die darauf achten, dass Punkte exakt gezählt werden und es keine Streitigkeiten gibt. In Bielefeld übernehmen das die Sportstudenten der Universität. "Für sie ist es toll, hier einen Praxisbezug zu ihrem Studium herstellen zu können", sagt Müller.

Immer wieder kommen Spieler zu ihnen und finden faire Lösungen. In den Spielpausen präsentieren sich die "HippHop und Breakdance Crew Bielefeld" und die "Wildcats-Cheerleader", nebenbei werden ein Graffiti gesprüht und ein Dokufilm gedreht. Lars Nockemann, Vorsitzender des Schul- und Sportausschuss, bringt es auf den Punkt: "Ich finde es klasse, dass der Kesselbrink immer wieder neu belebt wird."

Nähere Infos zur Tour 2017

  • Bielefeld ist einer von 16 Standorten in NRW, in denen die Streetbasketball Tour in diesem Jahr stattfindet.
  • An der diesjährigen Tour haben schon 641 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in acht Städten teilgenommen.
  • Das Mindestalter für die Teilnahme am Turnier ist acht Jahre.
  • Die Sieger der jeweiligen Spiel- und Altersklassen aus Bielefeld treten dann im Finale am 1. Juli in Recklinghausen gegen die Gewinner der anderen Städte an.

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