TSVE soll im Basketball ein 3x3-Zentrum werden

06.04.2020 07:17:07 | Lars Lottermoser

Abteilungsleiter Emre Atsür hat spannende Pläne für die olympische Sportart. Ein großes Turnier, das "After-Easter-Satellite" und die Damen-DM mit hochrangigen Teams, mussten verlegt werden.

Aktuell findet kein Ball mehr seinen Weg in den Korb: Neben dem vorzeitig beendeten Ligabetrieb pausiert auch die aufstrebende und freiere Basketball-Spielform 3x3 (Streetball) überall. Gesperrte Hallen und Courts sowie Kontaktbeschränkungen lassen für die neue Disziplin – ursprünglich schon dieses Jahr erstmals olympisch – momentan kaum Freiräume zur Etablierung in der Bielefelder Öffentlichkeit.

Dabei ist genau das für den TSVE Bielefeld und seinen Abteilungsleiter Emre Atsür ein Ziel für die kommenden Monate und Jahre. "Wir wollen die Sportart in der Stadt und in OWL vorantreiben", berichtet Atsür, der gleichzeitig auch als U-23-Bundestrainer fungiert. Perspektivisch möchte Atsür mit dem TSVE für Frauen-, Männer- und Juniorenteams einer der Hotspots in Deutschland werden.

TSVE-Quartett hielt als Dritter gut mit

Nachdem bereits in den vergangenen Monaten im Rahmen der "OWL-Tour" 3x3-Turniere in Bielefeld stattfanden, sollte ursprünglich mit dem vom internationalen Basketballverband FIBA anerkannten "After-Easter-Satellite" am 18. und 19. April ein hochrangiger Wettbewerb in der TSVE-Sporthalle am Niedermühlenhof ausgetragen werden. Emre Atsür bedauert: "Für uns als Verein ist es natürlich schade, weil wir die vergangenen Monate darauf hingearbeitet haben – aber die Gesundheit hat natürlich Priorität."

Erwartet wurden mit "Der Stamm" und "Klutsh" zwei der besten Deutschen 3x3-Formationen sowie die Nationalmannschaften der Niederlande und aus Belgien, das Team Genf, plus die laut Weltrangliste aktuell besten Spieler aus der Türkei. Dass der TSVE mit seinen Ausnahmekönnern wie Dzemal Taletovic, Bastian Landgraf, Moritz Kutkuhn und Emre Atsür dort mithalten kann, bewies dieses Quartett vor ein paar Wochen in den Niederlanden, als bei einem vergleichbaren Turnier Platz drei heraussprang.

Präsenz in Einkaufszentren und Nachtklubs

Außerdem sollten im Rahmen des Bielefelder 3x3-Events die Deutschen Meisterschaften der Damen und der weiblichen und männlichen U 18 ausgespielt werden. "Ein Traum und eine Hoffnung durch die Absage unseres Turniers ist, dass wir es im Spätsommer draußen nachholen können", formuliert Atsür seinen Wunsch für eine Austragung etwa auf dem Kesselbrink vor mehr Publikum.

Bis zum Ausbruch des Corona-Virus sei auch das offene Junioren-Training gut angenommen worden. Emre Atsür erklärt: "Wir wollen damit auch Basketballfreunde erreichen, die diese freiere Spielform ohne regelmäßige Spiele am Wochenende bevorzugen." Um weiter Werbung für 3x3 zu machen, denkt Atsür dabei künftig an eine Präsenz in Einkaufszentren und Nachtklubs nach. Auch möchte der Geschäftsführer der Dolphins weitere Gespräche mit der Stadt suchen, um über eine Nutzung der Konversionsflächen in Sieker und Stieghorst zu verhandeln. Dort könne er sich für den TSVE – als Verein, der Integration vorlebt – ein "Urban Center" mit einer Mischung aus Streetball, BMX und Skaten vorstellen. Ähnlich des Hangar 1 in Berlin Tempelhof. "Wir sind mit 3x3 in Bielefeld auf einem guten Weg, den wir hoffentlich bald wieder aktiv und öffentlich fortsetzen können", sagt Atsür.

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Text: Torben Ritzinger
Foto: Wolfgang Rudolf