Großes Lob trotz knapper Niederlage

17.04.2021 08:28:27 | Lars Lottermoser

Das 3x3-Team Bielefeld hat sich in der Weltspitze einquartiert.

Oft ist es im Basketball der siegbringende letzte Wurf, der sogenannte Buzzer-Beater, der den Zuschauenden im Gedächtnis bleibt. Beim Viertelfinalspiel des dritten und letzten Vorrundenturniers der United League Europe 3x3 in St. Petersburg war es ein phänomenaler Zwei-Punkte-Wurf aus Dreier-Distanz des Bielefelders Samuel Mpacko. Dieser brachte Team "Bielefeld" gegen den späteren Turniersieger Novi Sad noch einmal auf 17:20 heran, ehe 3x3-Star Dusan Bulut mit einem verwandelten Freiwurf auf den Endstand 17:21 stellte. "Wir haben die typisch deutsche Mentalität, nie aufzugeben, gespürt", sprach Bulut über das beinahe geglückte Comeback der TSVE-Basketballer im Anschluss im Livestream des Veranstalters. Es sei eine Ehre gewesen, gegen die Bielefelder gespielt zu haben, meinte Bulut, einer der weltbesten Spieler im 3x3.

"Auch wenn wir verloren haben, bin ich mega-zufrieden mit dem, was wir hier erreicht haben", meinte Emre Atsür. Der TSVE-Abteilungsleiter war in St. Petersburg live vor Ort und sah, wie Mpacko, Bastian Landgraf, Dzemal Taletovic und Marian Schick in der Vorrunde ihren besten Basketball bei der United League zeigten. Emre Atsür sagte: "Wir haben uns den Respekt und die Anerkennung der anderen Vereine, Verbände und Organisatoren erarbeitet."

"Vor einem Jahr noch eine Spinnerei"

Dabei gelang es, sich im Niveau nach oben anzupassen und trotz nur eines Vorrundensieges mit 22:19 gegen das russische Team Gagarin nie chancenlos gegen teils jahrelang eingespielte Teams bei den drei Einzelwettbewerben dazustehen. Fürs Endturnier der United League der besten acht von zwölf Mannschaften hat es so zwar nicht gereicht, Emre Atsür kündigte jedoch bereits an, bei dieser hochkarätigen Turnierserie des Winterhalbjahres im nächsten Jahr wieder melden zu wollen. "Wir sind in der erweiterten Weltspitze angekommen, dabei war das von mir vor einem Jahr eigentlich nur eine Spinnerei", erklärt Atsür lachend.

Bevor es per Flieger gen Hamburg und von dort am Freitagvormittag mit dem Zug zurück nach Bielefeld ging, hatte Atsür noch Sonderlobe parat. Zum einen für Mpacko, der sich als Hannoveraner und deutscher U-23-Nationalspieler dem Bielefelder Projekt verschrieben hat und wohl ein Studium in Bielefeld anpeilt. Zum anderen für den gebürtigen Bielefelder Bastian Landgraf, der repräsentativ fürs Herankämpfen mit lokalen Athleten ans höchste Niveau steht. Dieser habe schon immer professionell für den Basketball gelebt und gehe nun mit seiner Mentalität im Team voran. "Die Elite der Sportart weiß, wer Bastian Landgraf aus Bielefeld ist. Das macht mich sehr stolz", erzählt Atsür.

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Text: Torben Ritzinger
Foto: united league